Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Johannes Hensel zur Kampagne
Es scheint, als würde man im so genannten Superwahljahr 2009 wieder etwas genauer nachfragen: Was ist der Mensch? Ist er nun Stammwähler, Wechselwähler oder gar Nichtwähler? Die Zeitungen diskutieren Prognosen, über die Bildschirme flimmern demografische Analysen, und allerorts ist der Aufruf zu hören: Ihre Stimme zählt! Tatsächlich ist im demokratischen Staat jeder gefordert, seine Stimme zu erheben. Gesellschaftliche Mitbestimmung erschöpft sich aber nicht in Urnengängen am Wahltag. In einer Demokratie müssen viele mitbestimmen und Verantwortung übernehmen, damit es möglichst allen wohl ergeht.
Dass jede Frau, jeder Mann und jedes Kind für unsere Gesellschaft wichtig und wertvoll ist, ist keine Plattitüde. Dieser Grundsatz ist zentrales Fundament unserer sozialen Gemeinschaft. Gerade dort, wo Lebenschancen und Entfaltungsmöglichkeiten ungleich – und oft ungerecht – verteilt sind, gilt: Es ist richtig und notwendig, aufeinander Acht zu geben.
Aufmerksamkeit für den Mitmenschen treibt uns um in der Arbeit der Caritas. Um allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und persönlichen Gestaltungsräumen offen zu halten; um ihnen nicht nur als Wählern, sondern als Mitmenschen Wertschätzung entgegenzubringen, müssen Politik und Zivilgesellschaft besser miteinander ins Gespräch kommen. Es gilt, Hand in Hand wahre Demokratie in die Tat umsetzen: Lasst keinen sitzen!

Dr. Frank Johannes Hensel - Diözesan-Caritasdirektor