„Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin,
verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden.“
Psalm 71,9
Alte Menschen haben in ihrem Leben einen reichen Erfahrungsschatz gesammelt. Häufig haben sie viel für Familie oder Gesellschaft geleistet – im Kleinen oder im Großen, im Verborgenen oder in aller Öffentlichkeit. Wenn die Kräfte nachlassen, bewegen sie sich in unserer Gesellschaft oft unauffällig. Für viele jüngere Mitmenschen sind sie unsichtbar: Ihre Lebensleistungen bleiben oft ebenso ungesehen, wie ihre Sorgen und Bedürfnisse im Alter.
Herausforderungen
Einsamkeit – oft auch Armut – ist für viele alte Menschen Realität. Die Gründe dafür sind vielfältig: Schwäche, Krankheit und Alter von nahen Angehörigen bedeuten für so manche Familie eine Überforderung, aber oft fällt es auch der Gemeinschaft schwer, genügend Aufmerksamkeit und Fürsorge für ältere Mitmenschen aufzubringen. Besonders alt gewordene Migrantinnen und Migranten oder Menschen mit Behinderung stellen unsere Gesellschaft zunehmend vor Herausforderungen.
Anforderungen
Der demografische Wandel bringt es mit sich, dass die Zahl alter Mitbürgerinnen und Mitbürger stetig wächst. Nicht nur deshalb sind Gesellschaft und Politik aufgefordert, sich auf die Anliegen und Bedürfnisse alter Menschen einzustellen. Die Caritas tritt dafür ein: ortsnahe Wohnungen mit biografischem und sozialem • Bezug sowie alters- und behindertengerechten Wohnraum incl. Wohnberatung und Wohnraumanpassung anzubieten, und neue Wohnformen unter Einbindung ambulanter und teilstationärer Unterstützung und Pflege zu fördern
- mehr Freizeitangebote und Begegnungsräume für alte Menschen sowie barrierefreie öffentliche Einrichtungen zu schaffen
- mehr gesellschaftliche Informations- sowie politische Orientierungsund Mitgestaltungsmöglichkeiten für Menschen im Alter anzubieten, so dass Autonomie, Selbstständigkeit, Sinnfindung und Engagement angeregt und unterstützt werden
- Vergünstigungen für alte, finanziell schwache Menschen bereitzustellen, z.B. für soziokulturelle Angebote oder den ÖPNV
- konkrete und bedarfsgerechte Hilfsangebote und Unterstützung für pflegende Angehörige zu fördern, so dass der Verbleib älterer Menschen in vertrauter Häuslichkeit und Nachbarschaft besser möglich wird